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  • Geschichten von Islamkonvertierten  
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  • Mein Weg zum wahren Islam
    übersetzt von Hessam K.

    Vor ungefähr einem Jahr sprach ich das Glaubensbekenntnis „Ash-Hadu Anla Elaha Illa-Allah Wa Ash-Hadu Anna Mohammadan Rasul-Allah“ aus. Die Wörter die mein ganzes Leben für immer verändern werden. Ich lernte den Islam kennen und wurde zuerst Salafi. Danach fand ich den wahren Islam, die richtige Ahlul-Sunna, den Weg der Schiiten, der Rechtsschule der Ahl-ul-Bayt (ع). Der Weg vom Salafi zur Schiitin war eine große Zeit der Verwirrung und Konfusion, wo ich sehr viel dazu gelernt habe.

    Ich wurde am 20. Januar in einer armen Familie hineingeboren. Mein Vater war ein illegaler Immigrant aus El Salvador und meine Mutter war schon dreimal geschieden und hatte bereits drei andere Kinder. Mein Vater behandelte meine Mutter schlecht, sodass sie von Texas nach Missouri zog. Ich war zwei Jahre alt, als ich mein Vater das letzte Mal sah. Vielleicht verspürte ich deshalb eine Lücke in meiner Kindheit. 

    Ich hatte keine wahre Kindheit, obwohl es schlimmer hätte sein können. Ich musste früh erwachsen werden. Wir mühten uns ständig ab. Als ich sieben Jahre alt war, fuhr ich mit dem Bus zur Sonntags-Schule in die Kirche. Die Menschen waren so nett zu mir und beschenkten mich mit Süßigkeiten, weil ich zur Kirche ging. Bald darauf gingen auch meine Mutter und meine Schwester zur Kirche.

    Mit 11 Jahren, zogen wir nach Texas um. Ungefähr zur selben Zeit, erkrankte der Vater meiner Schwester. Nach einem Monat konnte er nicht mal mehr richtig gehen. Wir brachten ihn ins Krankenhaus und man stellte fest, dass er Krebs hatte. Er starb 6 Monate später.

    Nach diesem Ereignis beschäftigte sich meine Schwester mit Gott, ihrem Glauben und der Religion. Sie versuchte Antworten zu finden. Dasselbe versuchte ich auch.

    Einige Wochen nach dem Tod ihres Vaters, fanden wir heraus, dass sie schwanger war. Meine Mutter, meine Schwester und ihr Freund zogen in eine Wohnung. Ich wohnte in einem zweiten Appartement. Meine Mutter besuchte mich jeden Tag und ich war nicht unzufrieden mit meiner Situation.

    Im Sommer ging ich jeden Tag zum Teich. Ich verbrachte meine Zeit mit älteren Jugendlichen und lebte sorgenfrei. Ich begann später nach Hause zu kommen, startete mit dem Rauchen, Trinken und praktizierte mit meinem Freund „Wicca“ (Hexerei/Heidentum).

    Ich ging auch nicht mehr zur Schule und wurde Mitglied der Gang “Latin Queens”. Aufgrund einiger Streitereien und Kämpfe musste ich zwei Monate lang auf eine andere Schule gehen. Ich war auf Bewährung und musste für meine begangenen Straftaten gemeinnützige Arbeit verrichten.

    Mein Leben geriet außer Kontrolle. Ich lebte wie ein Tier und hörte niemandem zu. Nach einer Zeit trat ich aus der Gang aus. Das Ergebnis war nun, dass ich nicht mehr sicher war auf den Straßen. Ich blieb vor lauter Angst zu Hause. Ich konnte mit niemandem reden, nichts tun und war ständig alleine.

    Wir zogen wieder in ein Dorf um und ich hatte wieder die Möglichkeit ein neues Leben zu beginnen. Ich hatte weniger Probleme, aber die Depressionen verfolgten mich immer noch. Ich verabredete mich mit einem Jungen und tat alles für ihn, obwohl er mich schlecht behandelte. Wer sonst würde mich lieben? Wer sonst würde mich ärgern?

    Meine Depressionen wurden stärker und ich schnitt mir die Pulsadern auf. Ich wollte den Schmerz loswerden. Ich wollte mich nicht töten, nur etwas abreagieren. Ich hatte zuviel Angst vor der Hölle. Ich weinte jeden Tag, schrie jeden an, der mich ansprach und hasste das ganze Leben. Meine Mutter hielt mich nicht mehr aus und schickte mich für drei Monate nach Missouri. Ich besuchte dort die Kirche und studierte das Christentum. Normalerweise ist es so, dass je mehr man lernt desto mehr versteht man, aber je mehr ich las desto merkwürdiger erschien mir diese Religion. 

    Die Menschen hatten Sachen hinzugefügt und den wahren Text der Religion verfälscht. Jede Glaubensrichtung war anders. Woher wusste ich welche Gruppe Recht hat? Wie konnte das alles richtig sein mit all diesen Irritationen? Ich ging in die Bücherei und las alles über die verschiedenen Richtungen im Christentum. Baptisten, Mormonen, Zeugen Jehovas, Katholiken, Orthodoxe, Methodisten, Freie Apostolische Pfingstgemeinde, Presbyterianer … usw. Ich wollte die Wahrheit finden, aber ich sah sie nicht im Christentum.

    Ich beschäftigte mich nicht mehr mit der Religion und widmete mich der Logik und Politik zu. Ich liebte es Debatten anzuschauen, über Politik zu lesen und vieles mehr. Als ich mich mit dem Nahost-Konflikt beschäftigte, wuchs mein Interesse für die arabische Kultur. Ich lernte einige Muslime kennen, aber nur einer von ihnen erzählte mir über seine Religion, obwohl ich daran keinerlei Interesse hatte. Er war ein Salafi (Wahabi). Er gab mir eine Internet Adresse, damit ich mir einige Vorträge anhöre. Ich hörte einiges an, darunter auch „Warum sollte ich ein Muslim sein?“ und „Welchen Zweck hat unser Leben?“. 

    Ich hörte mir alles an und dachte nach ob die Argumente Sinn machten. Ich las ständig Artikel über den Islam. Ich gab Islamicitymeinen Namen, meine Adresse und meine Telefonnummer, damit sie mir eine kostenlose Quranübersetzung schicken und einige islamische Bücher. Jeden Tag lernte ich etwas Neues und verstand mehr vom Sinn des Lebens. Wir sind da, um unserem Schöpfer zu dienen. Wir befolgen Seine Gesetze und reinigen uns für das Leben im Jenseits. Ich schämte mich für mein leben und für meine Vergangenheit. Ich fürchtete mich darüber zu reden, aber eines Tages …

    Am 24. Januar 2002 bekam ich einen Anruf von Islamicity. Ich kochte gerade, aber ich ließ es anbrennen. Ich wollte hören was der Mann am Telefon mir sagen wollte. Nach stundenlanger Unterhaltung, fragte er mich dann, ob ich bereit wäre die Shahada (Glaubensbekenntnis) auszusprechen. Ja, ich sprach die Shahada am Telefon aus, vor sieben Brüdern und Schwestern. „Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah und das Muhammed Sein Gesandter ist.“ "Ash-Hadu Anla Elaha Illa-Allah Wa Ash-Hadu Anna Mohammadan Rasul-Allah." Ich verspürte den innerlichen Frieden und die wahre Liebe.

    Ich sprach die Shahada aus aufgrund der Wunder im heiligen Quran und nicht wegen den Geschichten der Sahaba (Gefährten) oder der Ahl-ul-Bayt (ع). Erst später lernte ich die Lebensgeschichte der Sahaba und der Ahl-ul-Bayt (ع)kennen.

    Nun wo ich ein Muslim war, fiel es mir schwer das alles zu praktizieren was man mir erzählt hatte. Die Auslegung der Gesetze durch die Salafis war sehr extrem und viele Sachen hörten sich merkwürdig an, aber ich tat mein bestes um den Islam zu leben. Jeder Salafi erzählte mir dies sei haram und das sei bidah (Erneuerung). Allmählich nahm mein Interesse am lernen nach und ich fühlte mich als eine Versagerin, die nicht alles einhalten konnte.

    Bevor ich Muslima wurde, kannte ich nur einen Schiiten. Ich war neugierig und sprach einige Male mit ihm. Er machte einiges ganz anders als ich und ich sprach mit einigen Sheikhs über die Schiiten. Sie erzählten mir viele Sachen, die überhaupt nicht stimmten. Lügen wie z.B. Schiiten würden Ali (ع) anbeten, Schiiten würden Ali (ع) als Propheten ansehen und nicht Muhammad. Schiiten würden die Vollkommenheit des Quran anzweifeln und sie hätten angeblich einen anderen Quran. Das klang alles sehr absurd für mich!!! Ich war Muslima geworden, weil der Quran perfekt ist!  

    Nach geraumer Zeit fühlte ich mich wie früher. Ich benahm mich wie zu meinen schlimmsten Tagen und praktizierte den Islam nicht mehr so, wie man es mir vorgeschrieben hatte. Eines Tages kam ich wieder mit den Leuten in Kontakt, vor denen ich die Shahada aufgesagt hatte. Ich holte mir Bücher und studierte den Islam noch intensiver. Ab Ende September trug ich auch Hijab (Tuch, Schleier, Kopftuch).  

    Ich redete viel mit meinen Salafi Schwestern und sie forderten mich auf Paltalk (ein Messenger wie Yahoo, ICQ, MSN usw.) runterzuladen. Ich holte mir das Programm und lernte viele Leute kennen. Beim Online Unterricht hörte ich mir Vorträge an. Eines Tages traf ich eine sunnitische Schwester, die der hanafitischen Rechtsschule folgte. Sie sprach mich oft an und wir diskutierten freundlich miteinander. Vieles was sie mir erzählte, stand im Gegensatz zu dem was man mir beigebracht hatte. Irgendwann redete sie dann von Wahabis. Ich erinnerte mich daran, wie ich früher mal einen „Freund“ gefragt hatte was Wahabis seien und er sagte mir sie nennen sich selber Salafis. Die Schwester erklärte mir also, was sie von den Salafis/Wahabis wusste. Ich erfuhr warum sich die Wahabis selber als Salafis bezeichneten und vieles mehr. Ich sagte ihr, was redest du da? Ich bin ein SALAFI und kein Kafir. Ich glaube an Allah, Seinen Gesandten, an die Engel, an den Tag des jüngsten Gerichts usw.. Wir hatten eine lange Diskussion und sie verwies mich auf einige AICP Seiten (das sind Seiten von Ahbashis). Die Zeit verging und ich fragte mich wie die Salafis sagen konnten, Allah habe Hände? Wie konnte ich sagen Allah hat Hände „aber nicht wie wir Menschen“? Wir konnte ich sagen, Allah ist über Seinen Thron? ASTAGHFURALLAH!!! Ich entschied mich also, mehr zu forschen und mich mehr mit den islamischen Sekten und Rechtsschulen zu beschäftigen.

    Ich wusste nicht genau wo ich anfangen sollte und beschloss einmal bei Paltalk in den Raum „Shia The Right Path“ rein zu gehen. Ich hörte mir die Diskussionen und die verschiedenen Argumente an. Ich fragte und bekam Antworten. Ich realisierte allmählich, wie viel Falsches mir beigebracht wurde. Was ich praktizierte war nicht der Islam. Islam bedeutet auch der Ahl-ul-Bayt (ع)zu folgen. Ich ging auf schiitische Seiten und las mir vieles durch. Ich las „A Shi'ite Encyclopedia”und „Wie ich rechtgeleitet wurde”. Es klang alles sehr logisch und nachvollziehbar für mich. Wer kannte die Sunnah des Propheten (ص) mehr, als seine Familie? Wer kannte seine Sunna besser, die Sahaba oder die Ahl-ul-Bayt (ع)? Wer sind die Mitglieder seines Hauses?

    Endlich bekam ich Einsicht in den wahren Islam. Der Islam, der jeden glücklich und zufrieden macht. Ich fühlte mich viel besser als früher. Je mehr ich lernte, desto überzeugter wurde ich in meinem Glauben. Ich bin eine Schiitin und folge der Ahl-ul-Bayt (ع). Ich bin ein Nachfolger der wahren Sunna des Propheten (ص).

    Muslima zu werden war nicht einfach. Ich verlore Freunde und meine Familie regte sich auf. Ich muss handeln trotz vieler verbaler Attacken. Ich bin so stark geblieben und bin es heute noch, dank den Duas und Hilfen meiner muslimischen Geschwister.

    Menschen ändern sich nicht über Nacht. Es dauert eine Weile bis man ein richtiger Muslim wird. Aber mit Allahs Hilfe geht es einfacher. ALLAHU AKBAR! Allah is the Greatest!

    Mein Weg zu den Lehren der Ahl-ul-Bayt (ع)
    übersetzt von Hessam K.

    Sayed Abdullah Ahmed Al-Osayri wurde 1977 in der Stadt Al-Mahaweet in Jemen geboren. Er war Medizin Student und besuchte drei jahre lang eine wahabitische Einrichtung. Dort studierte er drei Jahre und hörte sich viele Vorträge an. Als junger Mann machte er ein Jahr lang Werbung für die Wahabiten. 

    Abdullah sagt: “Ich beschloss ganz früh nach den Gesetzen Allahs zu leben, weil es die beste Art ist zu leben, sowohl im Diesseits als auch im Jenseits. Ich besaß nichts außer den Islam. Die Wahabiten machten sich lustig über meinen Weg, den Islam zu ergründen. Sie meinten mein Verstand würde mich irreleiten und ich soll nicht ständig philosophieren. Ich befolgte ihre Ratschläge drei Jahre lang.“ 

    Der erste Kontakt mit der shiitischen Rechtsschule

    „Ich war froh, dass ich Shaikh Ali Al-Herazi kannte, der ein guter Freund von mir und meiner Familie war. Ich hörte eines Tages, dass er die Rechtsschule gewechselt hatte. Er war Shiit geworden und folgte nun der Ahl-ul-Bayt (ع). Ich ging also zu ihm, um ihn zu warnen und wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Wir begannen über das Zusammenfassen der Gebete zu diskutieren. Es sagte mir, dass es erlaubt wäre die Gebete (Zuhr und Asr – Maghrib und Ishah) direkt nacheinander zu verrichten. Das würde sogar in Sahih Bukhari stehen.

    Beim nächsten Treffen, diskutierten wir über Fiqh (Rechtswissenschaft). Wir redeten über die Eigenschaften Allahs. Die Wahabis behaupten nämlich, dass Allah körperlich präsent sei auf seinem Thron. Shaikh Ali Al-Herazi fragte mich dann, woher ich solche Gedanken hätte und ich verwies ihn auf die Sahih Ahadith. Anschliessend debatierten wir über verschiedene Ahadith und die Richtigkeit der Hadithwerke. Ich versuchte zu argumentieren, aber ich konnte einige Fragen nicht beantworten. Ich schrieb mir also alles auf, worauf ich keine Antwort hatte und ging mit den Fragen zu meinem Wahabi-Lehrer. 

    Ich gab ihm meinen Zettel und er versprach mir meine Fragen am nächsten Tag zu beantworten. Ich ging also am nächsten Tag wieder zu ihm und er trug die Worte von Ibn Taymiyyah vor: „Die Shiiten sind Polytheisten und irregeleitet. Diskussionen mit ihnen sind gefährlich.“ Ich sagte meinem Lehrer: „ Ich weiß das, aber ich möchte meinen Shia Freund rechtleiten. Er sagte: „Wenn Allah es will, dann wird dein Freund rechtgeleitet. Kein Shiit kann rechtgeleitet sein.“

    Sayed Abdullah erinnert sich zurück: “Ich verlor zum ersten mal den Respekt vor den Wahabiten. Sie hatten keine richtigen Antworten auf die Fragen. Sie sagten nur, die Shiiten wären irregeleitet. Warum? Nur weil Ibn Taymiyyah das sagte???

    Mein Wahabi Lehrer gab mir schließlich ein Buch über die Shiiten und ich ging damit zu Shaikh Al-Herazi. Mein Shia Freund erklärte mir jedes Argumente gegen die Shiiten und ich verstand seine Ansichten immer besser. Er erzählte mir über die Ereignisse nach dem Tod des Propheten (ص), die Ernennung Imam Alis (ع) zu seinem Nachfolger und über das System der Shura und des Imamats. Der Shaikh gab mir ein Buch mit dem Titel „Al-Murajaat“. Dieses Buch überzeugte mich so sehr, dass ich Shiit wurde. Ich lernte mehr über das Märtyrium von Imam Husayn (ع) und wurde ein Anhänger des Propheten (ص) und seiner Ahl-ul-Bayt (ع).

    Meine wahabitischen Geschwister machten mir später viel Ärger. Sie verbreiteten Fitnah und besorgten mir Probleme in der Familie. Letztlich gelang es mir meine Familie und einige Freunde ebenfalls von der shiitischen Rechtsschule zu überzeugen, sodass sie alle Shiiten wurden.